Die Pulley Läsion

Den meisten Patienten wird das Pulley System der langen Bizepssehne völlig unbekannt sein. Leider trifft dieser Zustand auch auf viele Ärzte zu, die sich nicht täglich mit Schulterproblemen auseinandersetzen. Dabei sind Verletzungen an diesem Pulley System bei weitem keine Rarität. Wenn man als erfahrener Operateur darauf achtet, wird man Verletzungen in diesem Bereich sehr häufig feststellen.

Das Pulley System ist eine Bindegewebsschlinge die sich aus verschiedenen Bändern und Sehnenabschnitten zusammensetzt. Beteiligt sind Anteile der Subscapularissehne, der Supraspinatussehne, das Superiore Glenohumerale Ligament und das Coracohumerale Ligament.

Diese Schlinge umfasst die Lange Bizepssehne vollständig und soll verhindern, dass die Sehne aus dem Sulcus intertubercularis herausrutscht und instabil wird. Die Folge einer solchen Instabilität ist, dass sich die Sehne aufscheuert und sich entzündet. Im schlimmsten Fall kann die lange Bizepssehne sogar die Supraspinatussehne oder Subscapularissehne durch ihr hin und her scheuern verletzen.

Den Verlauf der Sehne und das Pulley-System sehen Sie auch schön in dem nachfolgenden Video.

 

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Verletzungen dieses Pulley-Systems ziehen eine Instabilität der langen Bizepssehne nach sich. Folge sind oftmals eine Entzündung der langen Bizepssehne und Schmerzen die vor allem vorne am Oberarm lokalisiert sind.

Die Pulley Läsionen werden in einer Einteilung nach Habermayer Klassifiziert. Diese Einteilung beinhaltet vier Gruppen.

Gruppe 1 Isolierter Schaden des Superioren Glenohumeralen Bandes (SGHL)
Gruppe 2 Läsion des SGHL und partielle Ablösung der Supraspinatussehne
Gruppe 3 Läsion des SGHL und partielle Ablösung der Subscapularissehne
Gruppe 4 Läsion des SGL mit partieller Abläsung von Supraspinatussehne und Aubscapularissehne

 

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Therapeutisch gibt es leider nicht viele Optionen. Da die Schlinge des Pulley Systems sehr filigran ist, haben sich die meisten Versuche diese nach einer Zerreißung wieder zu rekonstruieren als frustran herausgestellt. Oftmals hatten die Patienten nach einer Rekonstruktion mehr Beschwerden als zuvor. Aus diesem Grund hat sich bei einer Instabilitätssituation der langen Bizepssehne die Durchtrennung der Sehne als erfolgversprechende Therapie etabliert.

Viele Patienten befürchten ach einer solchen Maßnahme einen Kratfverlust im Arm. Diese Angst ist aber unbegründet. Der Bizeps besteht, wie der Name es vermuten lässt, aus zwei Anteilen. Dem kurzen und dem langen Anteil. Nach einer Durchtrennung der langen Bizepssehne, übernimmt der Kurze Anteil weiterhin die Funktion. Der Kraftverlust der sich hierdurch ergibt war in vielen Studien fast nicht messbar.

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  • Herr Dr.med. Holger Groß Facharzt fur Orthopädie und Sportmedizin, Schulter- und Kniechirurgie, Ambulante Operationen

    Allg. Sprechstunde: +49.6831.3100 +49.6831.5031792 info@dr-gross.de
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