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Toller Erfolg für die Medizin, schlechter für Politik und Krankenkassen

In der gestrigen Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt (21.8.16)“ wurde von einem bahnbrechenden Therapieerfolg berichtet.

Erstmals ist es in Europa gelungen eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung bei einer Patientin zu heilen. Die 43-jährige Patientin litt an Lipoproteinlipase-Defizienz (LPLD). Eine Erbkrankheit bei der ein spezielles Enzym zur Spaltung von Fetten im Körper nicht oder nur unzureichend gebildet wird.
Die Folge sind extrem hohe Fettwerte im Blut. Diese können bis zum 10- fachen der Norm ansteigen.
Das typische Zeichen bei diesen Patienten ist, dass bei einer Blutabnahme, das Blutserum durch das ganze Fett nicht klar ist, sondern wie Milch aussieht.

Durch die hohen Fettwerte im Blut werden eine Vielzahl anderer Krankheiten ausgelöst. Sehr häufig kommt es zu extrem schmerzhaften und auch gefährlichen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. Die Lebenserwartung der Patienten ist stark verkürzt.

Erstmals ist jetzt an der Charité Berlin eine Gentherapie erfolgreich zur Behandlung dieser Krankheit eingesetzt worden.
Es überhaupt die erste Gentherapie die europaweit zur Therapie einer Stoffwechselerkrankung eingesetzt wurde.

Der Erfolg stimmt zuversichtlich. In Zukunft könnten auch andere Krankheiten, die auf einen Gendefekt beruhen geheilt werden. Ein echter Meilenstein in der Medizinischen Forschung und ein Lichtblick für viele betroffene Patienten.

Die Kehrseite der Medaille darf aber nicht verschwiegen werden.

Insbesondere dann nicht, wenn gerade wieder die Diskussion über steigende Kosten in der Medizin und steigende Zusatzbeiträge der Krankenkassen aufgeworfen wird.

Die Kosten für die Behandlung dieser einen Patientin beliefen sich auf 800.000€.

Fortschritt ist nicht umsonst zu bekommen. Wir alle wollen ihn und für die Patienten ist es ein Segen.

Bemerkenswert war auch das Schlusswort des Artikels. Hier wurde darauf hingewiesen, dass die Gebührenziffer der Genanalyse, Grundvoraussetzung zur Diagnostik und Therapieplanung bei Gendefekten, so eben aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wurde.

Hier geht es zur Pressemitteilung der Charité>>>

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